Kaum zu glauben, dass dies schon der letzte Beitrag auf diesem Blog ist und somit unser Jahr in Kanada sich schon dem Ende neigt. Wir sind unendlich dankbar, dass wir diese Chance hatten. Für das Jahr, in dem wir so viel erlebt haben und noch mehr zusammen wachsen konnten. Wir sind zwar manchmal an unsere Grenzen gekommen, aber noch öfter darüber hinaus gewachsen.
























Wir durften ein Jahr in einem Land leben, dessen Weite, Natur, kulturelle Vielfalt, Liberalität und Freundlichkeit uns gut getan und beeindruckt hat.
Wir durften ein Schulsystem erleben, das wirklich kinder- und familienfreundlich ist und das personell so gut ausgestattet ist, dass kleine Klassen und individuelle Förderung möglich sind. Lehrer, die den Kindern auf Augenhöhe begegnen und sich wirklich für sie interessieren, nicht nur für ihre Noten. Ein System, das auf gute Beziehungen und Wohlbefinden aufgebaut ist und so ein positives Lernklima ermöglicht.
Wir haben die Jahreszeiten in einer neuen Intensität erlebt und haben unsere Komfortzone mehr als einmal velassen. Aber es hat sich immer gelohnt.
Wir konnten viel Reisen und unglaubliche Erlebnisse sammeln, wir konnten eintauchen in das Land und die Stadt und haben beides Lieben gelernt.
Hier ein paar Zahlen und Fakten über dieses Jahr:
- 21687 km sind wir mit unserem Auto durch Kanada und die USA gefahren
- 12 cm ist Clara in diesem Jahr gewachsen
- 27 Museen und Ausstellungen konnten wir uns anschauen
- 374 Tage waren wir nicht in Deutschland
- 9 Nationalparks haben wir besucht
- 3 mal hatten wir Besuch aus der Heimat
- 122 Tage am Stück haben die Schulbusse gestreikt
- 47 Briefe, Karten und Päckchen haben uns aus Deutschland erreicht. Die letzten drei noch in der vergangenen Woche. Vielen Dank an alle, die an uns gedacht haben. Es ist ein großes Geschenk, so tolle Freunde zu haben.
Wir werden einiges hier sehr vermissen, und so schwingt in diesen letzten Tag auch Wehmut mit, wenn wir unsere Liste der Dinge, die wir noch einmal machen wollen, abarbeiten.
Im Folgenden sind ein paar Dinge zusammen getragen, die wir vermissen werden, aber auch, auf was wir uns besonders freuen, wenn wir wieder daheim sind. Nicht alle vermissen/freuen sich auf das gleiche, daher treffen manche Dinge nur auf einen zu, andere wiederum auf alle (ihr könnt ja mal raten).
Was wir vermissen werden:
- den herrlichen blauen Himmel
- die Weite
- die vielen Parks in der Stadt
- die Intensität und die Üppigkeit der Jahreszeiten, besonders den Winter
- die Langlaufloipen direkt hinterm Haus
- Tim Hortons
- die Schulen
- die Freundinnen
- den botanischen Garten
- die ganze Stadt
- die Shoppingmöglichkeiten
- den Marché Ricci gegenüber
- unser Auto, in Deutschland werden wir erstmal keins haben
- die freundliche Gelassenheit der Menschen und die kulturelle Vielfalt, die hier als Geschenk und Chance gesehen wird
- die viele unverplante Zeit
Wie vor einem Jahr sitzen wir auf gepackten Koffern und haben dabei gemischte Gefühle. Der Unterschied ist, wir wissen genau, auf was wir uns freuen dürfen, denn wir kehren ja zurück in die Heimat, in unser Nest, zu den Menschen, die wir lieben.
Auf diese Dinge freuen wir uns besonders:
- Freunde und Familie (besonders auf das Kennenlernen der beiden neuen Familienmitglieder)
- unser Haus und Garten
- das eigene Bett
- Wasser aus dem Hahn ohne Chlorgeschmack
- Butterbrezeln, Schupfnudeln, Apfelschorle, Paprikachips, knusprige Brötchen, weißer Spargel (nächstes Jahr dann)
- die neue Schule
- mehr Platz und Privatsphäre
- die alten Arbeitskollegen und neue und alte Aufgaben bei der Arbeit
- Gute Gespräche außerhalb der Familie in der Muttersprache
- Saunaabende
- Alte Hobbys
- Orgel spielen und musizieren
- die Kirchengemeinden
- Theaterbesuche
- Einkaufen bei DM
- bessere Straßen ohne Schlaglöcher
Glücklich, sehr dankbar, ein bisschen traurig und wehmütig, mit einem Herzen voll schöner Erinnerungen und einem Kopf voll wunderbarer Bilder, aber auch voller Vorfreude, steigen wir heute Abend in den Flieger nach Deutschland.
Bis hoffentlich bald! Wir freuen uns auf euch!
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