Leider sind wir hier etwas im Rückstand. Wir wollen euch aber einen kleinen Einblick in unsere besondere Advents- und Weihnachtszeit nicht vorenthalten. Daher hier also ein kleiner Rückblick auf den Dezember.
Traditionell beginnt die Vorweihnachtszeit hier in Kanada am Wochenende vor dem ersten Advent mit der Ankunft des Weihnachtsmanns. In Montréal findet aus diesem Anlass am letzten Sonntag im November seit über 80 Jahren eine Weihnachatsparade statt. Trotz eisiger Kälte wollten wir uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Das Ausharren in der Menschenmasse hat sich gelohnt und wir konnten den wirklich schönen und aufwändigen Umzug aus der ersten Reihe bestaunen.

Vieles war anders in diesem Jahr. Keine Krippenspielproben, keine Orgeltermine, keine Schulweihnachtsfeiern, Adventskonzerte, Adventskranzbinden und -basare, dafür viel Neues, Spannendes und Fremdes. Besonders für die Kinder sehr ungewohnt. Ihnen war es daher besonders wichtig, ein paar lieb gewonnene Rituale trotzdem zu zelebrieren. Ein Stück Heimat in der Fremde. Die Säckchen für den Familienadventskalender hatten wir aus Deutschland mitgebracht und nach längerer Suche ist es uns auch gelungen, Material für einen „echten“ Adventskranz zu besorgen und ihn wie gewohnt aus frischem Tannengrün zu binden. Pünktlich zum ersten Advent kam dann auch der erste richtige Schnee und Montréal versank nach unserer Rückkehr aus New York unter einer dicken Schneedecke. So kam bei uns allen dann doch langsam Weihnachtsstimmung auf.

Mit dem Abschiedsgeschenk unserer Karlsruher Physiker-Freunde konnten wir in der Boucherie Atlantique dann noch mit ein paar besondere Leckereien für die Feiertage einkaufen. Wir hatten einen Gutschein bekommen, mit dem wir uns bei dem von deutschen Einwanderern geführten Geschäft mit Knödelteig, Lebkuchen, Stollen und anderen Produkten, die wir aus der Heimat kennen, eindecken konnten. Ein besonderes Highlight für uns waren die frischen Laugenbrezeln, die es nur dort gibt.
Mitte Dezember kam dann der lang erwartete Besuch von Oma Heike und Tobias aus Deutschland an. Zuvor ging es für uns vier aber noch zu Sophies Konzert des Mont-Royal Jugendorchesters.

Um unserem Besuch die schönsten Seiten unserer Heimat auf Zeit zu zeigen, sind wir gleich am nächsten Tag nach Quebec City aufgebrochen. Der Montmorency Wasserfall sieht auch in gefrorenem Zustand sehr beeindruckend aus.

In Quebec City selbst lockt der bekannte German Christmas Market tausende von Besuchern an. Die Atmosphäre in der kalten, verschneiten Altstadt ist wirklich schön. Besonders gefallen haben uns die vielen Chöre und Gruppen, die überall gesungen haben.


Am nächsten Morgen war das Wetter leider so schlecht, dass wir uns entschieden haben, nach dem wirklich guten Frühstück im Hotel das Quebecer Aquarium zu besuchen und dann die Heimreise anzutreten.

Zurück in Montréal begann für die Kinder die letzte Woche vor den Weihnachtsferien. Die beiden konnten es allerdings ruhig angehen lassen, da die so genannte Holiday Week viele besondere Aktionen bereit hielt und nicht mehr viel regulärer Unterricht statt fand. Bei Clara kam an einem Tag ein Minizug, mit dem die Kinder auf dem Schulhof rumgefahren wurden, es gab verschiedene Aktionen wie Kekse dekorieren oder Weihnachtskarten basteln und auf dem Schulhof gab es heißen Kakao und Smores. Bei beiden gab es natürlich den obligatorischen Schlafanzug- und Christmas-Sweater-Tag. Das Highlight war aber der Besuch des Weihnachtsmanns am letzten Schultag. Dank einer Stiftung bekam jedes Kind auf Claras Schule 2 riesige Geschenke. Clara war total überwältigt, da die Geschenke auch noch genau nach ihrem Geschmack waren (das waren wirklich große Geschenke, in der Größenordung wie wir sie unseren Kindern zu Weihnachten machen würden). Auf jeden Fall sehr ungewöhnlich.

Wir anderen nutzen die Zei,t in der die Kinder in der Schule waren, um Montréal weiter zu erkunden, wie hier den winterlichen Mont Royal. Am Nachmittag sind wir dann oft nochmal alle zusammen losgezogen und haben durchaus noch ein paar unbekannte Ecken entdeckt.


Am Abend des 22. Dezember durften wir einen weiteren Höhepunkt dieser Adventszeit erleben: Die Kinder und ich besuchten zusammen mit Oma Heike das Weihnachtsprogramm des berühmten Cirque du Soleil im Centre Bell. Eine beieindruckende Show auf dem Eis und in der Luft.

Am nächsten Morgen ging es für uns in die Laurentides, wo die Weihnachtstage in Mont Tremblant, dem größten Skigebiet Quebecs, verbringen wollten. Wir hatten uns zu sechst ein kleines Ferienhaus gemietet und konnten so die Weihnachtstage ungewohnt entspannt verbringen.


Die Bescherung gab es übrigens wie gewohnt am heiligen Abend. Wir haben aber trotzdem ein paar Socken an den Kamin gehängt, schließlich sind wir ja in Kanada und tatsächlich waren auch diese am nächsten Morgen gefüllt. Auch das Weihnachtsessen war kanadisch – deutsch mit Kartoffelknödeln, Rotkraut und Truthahnbraten mit Cranberrysoße. Am ersten Weihnachtstag haben wir ein sehr leckeres Menü in einer Lodge genossen.


Mont Tremblant Stadt, ein Stück außerhalb des Skiresorts, ist eine sehr nett kanadische Kleinstadt, wie aus dem Bilderbuch und lohnt sicher einen Wiederholungsbesuch im Sommer.

Zurück in Montréal blieb uns dann noch eine gemeinsame Woche, bis unsere Gäste am dritten Januar den Heimflug antreten sollten. Da sowohl die Kinder als auch Dominik jetzt frei hatten konnten wir die Tage gemeinsam verbringen und uns die Stadt weiter anschauen. Dominik, Sophie und Tobias unternahmen dann noch einen ganz besonderen Ausflug und hatten einen tollen Tag bei einer Schneemobil – Tour

Die verbleibenden Tag nutzten wir, um die Stadt weiter zu erkunden. Wie hier das Museum Chateau Ramezay, das einen interessanten Einblick in die Montréaler Stadtgeschichte bietet.


Silvester ist hier in Montréal wirklich sehr ruhig. Wenn wir nicht gewusst hätten, dass Silvester ist, wäre es nicht aufgefallen. Keine Menschen auf der Straße hier im Wohnviertel, keine Nachbarn, die um Mitternacht mit einem Sekt anstoßen und sich ein frohes, neues Jahr wünschen und kein Feuerwerk. So haben wir den Abend gemütlich zu Hause verbracht und die Leckereien vom Markt genossen, die wir zuvor dort gekauft hatten.

Zum Abschluss des Besuchs von Oma und Onkel wollten die Kinder dann nochmal zum Old Port und endlich mit dem Riesenrad fahren, das hatten wir nämlich bis dahin noch nicht geschafft.

Für uns war diese Advents- und Weihnachtszeit wirklich besonders. Wir hatten viel Zeit lieb gewonnene Traditionen zu Pflegen und neue Bräuche kennen zu lernen. Für die Kinder war es das erste Weihnachten, das sie nicht zu Hause verbracht haben und sie haben Rituale wie den Kirchgang, die Krippenspielproben, das Tannenbaumschlagen und sogar das Glöckchen, das zur Bescherung sonst läutet wirklich vermisst. Auch wenn wir die ungewohnte Ruhe in diesem Jahr rund um Weihnachten genießen konnten freuen wir uns also alle auf die nächste Weihnachtszeit mit insgesamt drei Heiligabendgottesdiensten, zahlreichen Proben, Konzerten und anderen Aktionen, aber vor allem auf euch!
Zum Schluss wollen wir uns noch für die lieben Päckchen, Karten und Grüße bedanken, die es bis nach Kanada geschafft haben. Wir freuen uns so sehr, dass wir noch einen Platz in euren Herzen und Gedanken haben. Auch wir denken oft an euch!

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