Urlaub mit Freunden

In den vergangenen zwei Wochen konnten wir endlich den lang ersehnten und geplanten Urlaub mit unseren Freunden genießen. Los ging es an einem Sonntag Richtung Syracuse süd-östlich vom Ontariosee im Bundesstaat New York. Dort wollten wir uns mit unseren Freunden treffen, die einige Tage zuvor nach New York geflogen waren und von dort aus angereist sind.

Schon die Fahrt war ein echter Genuss und es gab immer wieder tolle Aussichten auf Seen, Inseln und Wälder. Aufregend wurde es, als wir die Grenze in die USA überquerten, waren wir doch alle noch nie in diesem Land und mussten erstmal unsere Fingerabdrücke abgeben. Zum Glück war am Grenzübergang sehr wenig los und die Einreise war schnell erledigt. Hinter der Grenze fielen uns gleich einige Unterschiede zu Kanada auf. Die Autos wurden z. B. gleich etwas größer und es gab keine Mülltrennung mehr. Beim Frühstück im Hotel mussten wir von Einweggeschirr essen und im Hintergrund liefen mehrere Fernseher. Die Menschen, denen wir begegnet sind, waren jedoch genauso freundlich und aufgeschlossen wie in Kanada.

Am nächsten Morgen sind wir, jetzt gemeinsam mit unseren Freunden, Richtung Niagara – Fälle aufgebrochen. Zunächst haben wir dieses beieindruckende Naturschauspiel von den USA aus bewundert, um dann über den Niagara River wieder nach Kanada einzureisen und die Fälle von dieser Seite des Flusses aus zu betrachten.

Am Dienstag sind wir dann von unserem Hotel in St. Catherines aus nach Niagara on the Lake gefahren. Wir hatten über dieses Städtchen im Reiseführer gelesen und wollten es unbedingt noch anschauen, bevor wir unsere Reise fortsetzten. Auf dem Parkplatz stellten wir fest, dass es in dem Ort ein altes Fort gab, das man besichtigen konnte, und wir beschlossen spontan, uns das anzuschauen. Welch ein Glück, dass wir dies getan haben, denn das Fort entpuppte sich als eine Art belebtes Freilichtmuseum, in dem man eine richtige Zeitreise machen konnte und diese Seite der Kolonialisierung sehr eindrucksvoll dargestellt wurde. Wir waren begeistert.

Auch das Städtchen an sich war sehr sehenswert und der Blumenschmuck auf den Straßen und an den Häusern sehr eindrucksvoll.

Als wir am selben Abend Toronto erreichten, sind wir noch zusammen essen gegangen und dann in unseren jeweiligen Airbnb’s müde in unsere Betten gefallen.

Den nächsten Tag haben wir genutzt, um Toronto zu erkunden. Wir sind einfach drauf los geschlendert und haben uns treiben lassen. Gegen Mittag hat es uns auf eine der vorgelagerten Inseln verschlagen und die Strände dort haben uns sehr an die des Mittelmeers oder der Ostsee erinnert. Kaum zu glauben, dass es sich um den Ontariosee handelt. Diese Dimensionen sind in Europa einfach nicht vorstellbar. Bei einer sehr leckeren Pizza in einem italienischen Restaurant beschlossen wir, am nächsten Morgen gleich zu unserem nächsten Ziel aufzubrechen.

So fuhren wir gleich nach dem Frühstück nach St. Jacobs. Ein kleiner Ort westlich von Toronto nahe der Stadt Kitchener. In dieser Gegend leben viele Alt – Mennoniten. Diese leben, ähnlich wie die Amish People in den USA, wie ihre deutschen Vorfahren vor etwa 150 Jahren. Auf dem bekannten Farmers‘ Market in St. Jacobs verkaufen sie ihre Produkte. Die Kinder hat es sehr beeindruckt, dass die Menschen sich nicht nur zu touristischen Zwecken so verkleiden, sondern wirklich so leben, wie wir es auf dem Markt und bei den Fahrten über das weite Farmland gesehen haben.

In St. Jacobs haben wir wieder in einem Hampton Inn übernachtet und waren nicht nur über die Größe der Zimmer, sondern auch von dem Frühstück mit richtigem Porzellangeschirr und echtem Besteck begeistert.

Auf dem Weg zu unsrem nächsten Ziel machten wir bei dem Grey Roots Museum in Owen Sound eine Pause. Ein weiteres großartiges Museum, dessen Besuch uns viel Freude bereitet hat und die kanadische Geschichte sehr lebendig nahe bringen konnte.

Bei einem kleinen Spziergang vom Museumsparkplatz aus zu nahegelegenen Wasserfällen entdeckten wir dann zufällig dieses Schmuckstück und hatten das Glück, dass der Besitzer uns einen Blick hineinwerfen ließ. Wir waren hin und her gerissen zwischen Faszination und Grusel und konnten am Ende nur staunen. Als das Anwesen noch besser in Schuss war, kam sogar die junge Queen Elisabeth mal zu Besuch.

Unsere Reise führte uns nun weiter auf die Bruce Halbinsel im Lake Huron. Dort haben wir zwei Tage in einem alten Farmhaus übernachtet und wurden von unseren herzlichen Gastgebern nicht nur mit tollem Frühstück verwöhnt, sondern auch mit tollen Tips für Ziele in der Umgebung versorgt und in die kanadischen Spiele eingeführt. Der Aufentalt war großartig und wird uns nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Die Bilder vom Besuch des Nationalparks sprechen für sich und wir konnten ein weiteres mal kaum glauben, dass wir an einem See sind. Was man auf den Bildern nicht sieht, sind die Schlangen, die uns auf dem Geröllfeld begegnet sind.

Am Nachmittag durften wir dann eines der Highlights unserer Reise erleben und an einem Pow Wow eines First-Nation-Stammes teilnehmen. Jeder der Stämme veranstaltet einmal im Jahr eine Zusammenkunft aller Mitglieder, den so genannten Pow Wow. Dabei wird getanzt, gesungen und getrommelt und alle tragen ihre traditionellen Gewänder. Rund um den Tanzplatz gibt es jede Menge Essens- und Verkaufsstände. Ein bisschen wie ein Dorffest der indigenen Völker.

Nach diesen beiden ereignisreichen Tagen auf der Bruce – Halbinsel ging unsere Reise weiter Richtung Midland, wo wir eine Zwischenübernachtung einlegten und die Gelegenheit nutzten, um die Missionsstation Sainte Marie among the Hurons von 1650 zu besuchen. In dem Freilichtmuseum wurde die Geschichte einmal mehr eindrucksvoll dargestellt.

Am nächsten Tag erreichten wir am Nachmittag unser Häuschen nahe des Algonquin Nationalparks, mitten in der Natur. Die Kinder freuten sich besonders über die Möglichkeit, endlich Lagerfeuer zu machen und S’more (ein gegrilltes Marshmallow wird mit Schokolade zwischen einer bestimmten Kekssorte eingeklemmt) zu probieren.

Bei einer Kanutour und einer Wanderung erkundeten wir in den nächsten beiden Tagen den Nationalpark und genossen die Ruhe und die Schönheit der Natur.

Die letzte Station unserer Reise führte uns zur kanadischen Hauptstadt Ottawa. Auch wenn das Wetter hier nicht mitspielte (der einzige wirkliche Regentag unserer Reise), konnten wir uns einen guten Eindruck von dieser schönen Stadt verschaffen. Dank der übersichtlichen Größe ist dies an einem Tag gut möglich. Die Stadt erinnerte uns an vielen Ecken ein wenig an London und war so ganz anders als Toronto. Am Abend haben wir dann noch bei der kanadischen Version der Schlosslichtspiele zugeschaut.

Am nächsten Morgen mussten wir dann sehr früh Richtung Montréal aufbrechen, da wir um 10:00 Uhr einen Termin zur Schulanmeldung in Claras und im Anschluss an Sophies Schule hatten (das ist eine längere Geschichte, die leider noch nicht zu Ende ist. Ich werde darüber noch einen eigenen Beitrag schreiben). Ansonsten nutzten wir das Wochenende dann aber noch für Sightseeing mit unseren Freunden und entdeckten weiter die Stadt, in der wir nun leben werden. Am Samstag zog es uns in den Olympiapark und zum Biodome, der im ehemaligen Radstadion eingerichtet ist und in dem man die unterschiedlichen Klimazonen Amerikas erleben kann.

Im Olympiapark fand an diesem Wochenende außerdem ein internationales Skaterfestival statt, das wir uns bei einem Spaziergang durch den Park auch noch anschauten.

Abends besuchten wir dann noch den Nachtmarkt in Chinatown.

Am Sonntag spazierten wir nach einem ausgiebigen Frühstück/Brunch durch den wunderschönen botanischen Garten. Zum Glück haben wir dafür nun eine Jahreskarte, denn er befindet sich nur wenige Minuten von unserer Wohnung.

Den Abend haben wir bei einer Grillparty auf der Dachterasse unserer Übergangswohnung ausklingen lassen.

Am Montag war Dominiks erster Arbeitstag und wir Mädels mussten uns alleine in die Innenstadt zum Treffpunkt mit unseren Freunden durchschlagen. Mit der Metro war das aber kein Problem und wir konnten uns zusammen die wunderschöne Basilika Notre Dame de Montréal ansehen und im Anschluss durch die Altstadt bummeln.

Am Nachmittag machten wir eine kleine Hafenrundfahrt mit den Bateaux Mouche. Danach haben wir uns mit Dominik getroffen, um den Sonnenuntergang auf dem Mont Royal zu schauen.

Am Dienstag, den 29.08. konnten wir dann noch Sophies 14. Geburtstag zusammen feiern, bevor wir Abschied nehmen mussten, weil unsere Freunde sich gegen Mittag wieder auf den Weg Richtung New York machten. Inzwischen sind sie wieder gut zu Hause angekommen und wir starten hier langsam in unseren neuen Alltag.

Es war eine wunderschöne, beeindruckende Reise und wir sind schon jetzt ein wenig verliebt in dieses freundliche Land.

3 Antworten zu „Urlaub mit Freunden”.

  1. Avatar von Sabine und Klaus Scherer
    Sabine und Klaus Scherer

    Ein eindrucksvoller und interessanter Bericht über eure abwechslungsreiche Reise in diesem riesigen Land mit seinen grandiosen Naturschönheiten und ganz unterschiedlichen Städten, die mehr französisch oder britisch geprägt sind aber auch mit einer Skyline aufwarten können. Vielen Dank für den spannenden Bericht und die beeindruckenden Bilder. Grüße Sabine und Klaus

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  2. Liebe Scherers,
    ganz herzlichen Dank für den Bericht von einer tollen, beeindruckenden Reise! Weckt Reiselust!
    Und jetzt alles Gute und viel Segen für den beginnenden Alltag!
    Liebe Grüße aus Bulach,
    Thomas Ehret

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  3. Avatar von Bernhard Schmidt
    Bernhard Schmidt

    Liest sich super! Und in der Basilika hab ich damals sogar mit meinem schwedischen Chor konzertiert…☺️ genießt die Zeit!!!

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