Nachdem der Frühling spät, aber mit Wucht kam, dauerte er nur knappe 4 Wochen und wurde dann direkt vom Sommer abgelöst. Hier in Montréal herrscht eben extremes Kontinentalklima und die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter liegen bei bis zu 70°C.
Sommer in Montréal ist bunt. Wir haben das Gefühl, die Menschen wissen die warmen Tage nach dem langen Winter noch mehr zu schätzen und so zieht es sie auf die Straße. Montréal ist die Welthauptstadt der Festivals und so ist hier eigentlich immer was los und ein Festival jagt das nächste.
Wir haben in den letzten Wochen z. B. Quebecs größtes Wissenschaftsfestival (Clara war in der Woche zuvor bereits mit der Schule da und wollte am Wochenende unbedingt nochmal hin) und „Mural“ ein Straßenkünstlerfestival besucht.


Zum Sommer in Kanada gehört auch Wassersport. Insbesondere Kanu fahren ist sehr beliebt und dank der vielen Flüsse und Seen überall möglich. Die folgenden Bilder sind z. B. nur 30 Minuten von Montréal entfernt, auf einem Seitenarm des St.-Lorenz-Stroms entstanden.

Anfang Juni haben wir dann einen Ausflug zur Stadt „Trois Rivières“ unternommen, die etwa eine Stunde östlich von Montréal liegt. Auch hier gibt es eine historische Altstadt. Neben einem Gefängnismuseum, einer alten Abtei mit Klosterschule und einem schönen Hafen ist dies die einzige Stadt in Quebec, die eine Profi – Baseballmannschaft hat. So haben wir die gelegenheit genutzt und uns zum Abschluss des Tages ein Spiel angesehen.


Juni bedeutet auch, dass für die Kinder die letzten Schulwochen anstanden, denn am 21.06.24 gab es hier bereits Sommerferien. Für Sophie hieß das nochmal richtig viel lernen, denn alle Schüler der Highschools schreiben in den letzten beiden Wochen vor den Ferien in quasi jedem Fach ein Abschlussexamen, das immerhin 30% der Gesamtnote ausmacht. Die Schüler bekommen eine Art Stundenplan, wo steht, wann welche Stufe welches Examen schreibt. Dabei wird der Stoff des gesamten Schuljahres abgefragt und die Prüfung an sich läuft ähnlich ab wie beim schriftlichen Abi in Deutschland. Ganz schön aufregend, wenn man das nicht gewohnt ist, aber auch gut, in so eine Prüfungssituation schonmal reinschnuppern zu können, ohne dass es gleich um den Schulabschluss geht. Sophie hat das Schuljahr trotz der Herausforderungen (alles in einer fremden Sprache, neues System, neue Mitschüler…) gut gemeistert und wurde überraschend sogar mit einem Award ausgezeichnet.

Sophie fällt der Abschied von der Schule und den neu gewonnen Freunden besonders schwer. Sie würde am liebsten ihre Schulzeit an der JFK beenden, auch wenn sie sich natürlich auch sehr auf die Freunde daheim freut. Auch wir sind ein wenig traurig, dass die Kinder die Schulen und das kanadische Schulsystem verlassen, denn wir haben es sehr zu schätzen gelernt und unsere Kinder haben davon sehr profitiert. Vielleicht schaffe ich es, in den nächten Wochen noch mal etwas ausführlicher darüber zu schreiben.
Clara hat die letzten Schulwochen nochmal so richtig genossen und hat die Aktionen, die es in der Schule zum Schuljahresende gab, sehr gefeiert. Die Schaumparty war natürlich das Highlight. Auch ihr fällt der Abschied nicht leicht. Auf dei Frage hin, ob sie ihren Freundinnen was zum Abschied schenken möchte, meinte sie: „Das sind dann aber viele!“ Bei Clara ist die Vorfreude auf die neuen Schule in Deutschland so groß, dass ihr der Abschied ein wenig leichter fällt. Wir Eltern werden Claras tolle, zugewandte Klassenlehrerin sehr vermissen und sind sehr dankbar für dieses Jahr. Am 21. Juni gab es dann Zeugnisse, die für beide Kinder gut bis sehr gut ausgefallen sind. Eine wirklich tolle Leistung, wenn man bedenkt, dass beide in allen Fächern wie englische Muttersprachler bewertet wurden, auch in Englisch.

Der 21. Juni war aber nicht nur geprägt von Abschied, sonder auch von Wiedersehensfreude, denn am Abend kam unser lang ersehnter Besuch aus Deutschland an. Genau 6 Monate nach ihrem letzten Besuch in Kanada konnten wir Oma Heike und Tobias vom Flughafen abholen, die sich entschieden hatten uns doch noch einmal zu besuchen. Zusammen haben wir 11 Tage lang viel unternommen. So stand als ersten gleich ein Ausflug auf den Jean – Talon – Markt an, den wir alle sechs sehr lieben.

In den nächsten Tagen haben wir die Oasis – Ausstellung besucht, waren im Insektarium, im Oka – Nationalpark am Strand, bei der St. Joseph Kathedrale und haben am 24. Juni den Quebecer Nationalfeiertag erlebt. Was für ein Fest!

Ein Highlight des Besuchs war die Wanderung in den Laurentides, die bei schwülem Wetter zwar sehr anstrengend und schweißtreibend war, uns aber mit toller Natur und herrlichen Ausblicken belohnt hat.

In den folgenden Tagen waren wir nocheinmal im Freilichtmuseum „Upper Canada Village“, natürlich im botanischen Garten, und wir haben eine Vorstellung des Cirque du Soleil besucht, der seinen Sitz ja in Montréal hat.

Am letzten Juni – Wochenende sind wir dann alle zusammen mit dem Zug nacht Ottawa gefahren. Bei unserem letzten Besuch im August’23 haben wir Ottawa nur im Regen gesehen und auch jetzt regnete es bei unserer Ankunft. Zum Glück hatten wir diesmal aber etwas mehr Zeit und am Sonntag kam dann auch die Sonne raus, so dass wir die Wachablösung vor dem Parlament bei gutem Wetter sehen konnten. Bei einer anschließenden Führung haben wir den Plenarsaal des kanadischen Parlaments besichtigen können. Ganz schön klein im Vergleich zum Bundestag. Das „Canadian Museum of History“ ist riesig und hat uns mit seiner gelungenen Architktur und der vielfältigen Ausstellung gut gefallen.

Die letzten Tage mit unserem Besuch konnten wir dann nochmal bei herrlichem Sonnenschein genießen und ihnen ein Stückchen unserer Heimat auf Zeit zeigen. Gekrönt wurde das ganze dann von dem kanadischen Nationalfeiertag, der am 1. Juli gefeiert wird.

Nachdem unser Besuch am 3. Juli abgereist ist, hatten wir gar nicht mehr viel Zeit bis wir auf große Reise gegangen sind. Bereits am 6. Juli ging es los: einmal längs durch die USA von Nord nach Süd. Im Moment befinden wir uns noch mitten auf dieser Reise und ich schreibe gerade aus Florida. Wenn wir zurück sind werden wir auch über diese 3 Wochen berichten, aber bis dahin genießen wir weiter diesen fantastischen Urlaub und die vielen neuen Eindrücke!
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